#253 Gefahren-Warn-Apps, Huawei P10, “Facebook-Gesetz”

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Warn-Apps: Sind Apps, die vor Katastrophen oder Anschlägen warnen, sinnvoll? Wie haben sie sich in der Praxis bewährt? Mit genau dieser Frage hat sich Dr. Michael Spehr, Journalist und Tech-Redakteur bei der FAZ, beschäftigt. Sein Fazit fällt ernüchternd aus.

Huawei entpuppt sich zur Samsung Alternative. Die Chinesen werfen nicht nur alle paar Monate ein neues Android-Smart Phone auf den Markt, sie fertigen auch gute, sehr solide Geräte. Wir schauen uns das P10 von Huawei näher an, das in Kürze auch in Europa erscheint.

“Facebook-Gesetz”: Wenige Monate vor der Bundestagswahl in Deutschland stellt der Justizminister einen Gesetzentwurf vor: Wenn soziale Netzwerke nicht innerhalb von 24 Stunden auf Haß-Botschaften reagieren und sie nicht löschen, könnte sie das künftig teuer zu stehen kommen. Wie realistisch ist der Gesetzentwurf? Oder hat das ganze vielleicht doch “Vor-Wahlkampf” zu tun?

Show Notes:
“Warnung – Sie werde nicht gewarnt”, FAZ v. 14.3.2017
Michael Spehr bei Twitter

3 Gedanken zu „#253 Gefahren-Warn-Apps, Huawei P10, “Facebook-Gesetz”“

  1. Ganz ehrlich, Podcasts höre ich, um von diesen abgehobenen Zeitungsleuten wegzukommen.
    Der FAZ-Mensch redet so geschwollen, gerade wenn es um das FB Gesetz geht. Da sind manche Sätze gefühlt länger, als die ganze Folge.

    Ausserdem brauche ich keinen FAZler, der über neue Smartphones berichtet. Ein Technik-Podcast sieht für mich anders aus. Schade

  2. So, ich befürchte, das wird jetzt länger…
    Die grundsätzliche Kritik an Michael Spehr kann ich nicht verstehen. Warum sollen nur Blogger für Tech-Podcasts geeignet sein, Journalisten jedoch nicht? Das Gegenteil wird ja regelmäßig in vielen Podcasts bewiesen.

    Jetzt aber zum eingemachten, die Warn-Apps. Es gibt einige inhaltliche Fehler, die auch schon in den Kommentaren des FAZ-Artikels auftauchen. Natürlich funktioniert Cell Broadcast nicht nur im GSM-Standard, sondern auch mit UMTS und LTE. Genauso wurde CB durchaus in Deutschland genutzt, bspw. für die Anzeige der Homezone. Und CB wäre aus meiner Sicht auch der richtige Weg zur Warnung der Bevölkerung gewesen. Dennoch gibt es natürlich Gründe, die dagegen sprechen, wie die fehlende Möglichkeit der Bildübertragung und noch einiges mehr. Aber man hätte ja durchaus die Möglichkeit gehabt, die eigentliche Warnmeldung über CB zu übertragen und den Rest auf anderem Weg.
    Aber nun gut, man wollte den Weg nicht gehen, warum wäre interessant gewesen und das wäre auch tatsächlich ein interessantes Feld für einen Journalisten!
    Bei Katwarn und NINA muss man unterscheiden, woher Warnungen kommen. Da gibt es automatische Warnungen, die bspw. vom DWD direkt übernommen werden. Für die Qualität und Aktualität dieser Warnungen können die Apps überhaupt nichts. Die Vorhersagbarkeit von Phänomenen wie Gewitter, Tornados etc. ist teilweise kaum gegeben, aber besser als nix.
    Andere Warnungen, wie die vor Bombenfunden, Amokläufen, Großbränden etc. müssen manuell in das System eingetragen werden. Auch hier können die Apps nichts dafür, wenn die zuständigen Behörden gar keine Warnung aussenden. Und auch hier ist es nicht so einfach, über die Behörden zu schimpfen. Zum einen muss man überhaupt erstmal Personal frei haben, um eine Warnung zu verfassen, diese absegnen zu lassen und anschließend müssen auch Anfragen von Bürgern und der Presse bearbeitet werden können. Dabei wird Personal gebunden, ohne die eigentliche Schadenslage abzuarbeiten, was ja bekanntermaßen auch Personalintensiv sein kann, siehe den Amoklauf in München. Zum anderen muss eine Warnung auch erstmal Sinn machen und inhaltlich gut überlegt sein. Man stelle sich vor, die Warnung wird ausgesendet, Leute wollen den jetzigen Bereich verlassen und laufen einem Amokläufer in die Arme. Auch bei Großbränden ist es oftmals so, dass die Leute sinnvoller in ihren Gebäuden bleiben, anstatt nach draußen gehen und bei ihrem “Fluchtversuch” noch Anfahrtswege für Rettungskräfte blockieren. Das BBK hat gerade ein Projekt gestartet, um aus psychologischer Sicht den Bereich Warnung zu beleuchten.
    Zu guter Letzt ist da noch die Infrastruktur der App-Betreiber. Und da kann man diesen tatsächlich Vorwürfe machen, schließlich hat Katwarn hier in diversen Tests deutliche Schwächen aufgezeigt. Die Pushmitteilung ist da noch das geringste Problem, da stecken bei Apple und Google genug Kapazitäten dahinter. Wenn aber die eigentliche Warnnachricht durch das gleiche Nadelöhr wie die Neuregistrierungen und diverse andere Geschichten muss, dann skaliert das System nicht sauber und bekommt eben bei größeren Warnungen schnell Probleme.
    Und wenn man sich dann noch ansieht, dass Katwarn nicht unerhebliche Kosten bei den Behördern verursacht, fällt eben auch mal die Entscheidung, dieses System nicht zu nutzen.
    Warnfunktionen, die bspw. Twitter integriert hat, sind bisher in Deutschland nicht aktiv. Dabei kann man zu diesen Systemen und deren Anbietern stehen wie man will, aber wo sind denn die Leute? Die sind nicht bei Katwarn, nicht bei NINA oder sonstwo, die sind bei Facebook und Twitter, und darauf sollte man reagieren.

    Also, wenn man über sowas redet oder schreibt, ruhig mal jemand fragen, der sich damit auskennt 😉

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